CSRD, Omnibus & Green Deal: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Die CSRD verpflichtet rund 50.000 Unternehmen in der EU zur Nachhaltigkeitsberichterstattung – doch das Omnibus-Verfahren könnte Erleichterungen bringen. Die wesentlichen Pflichten bleiben höchstwahrscheinlich bestehen. Was bedeutet das für Unternehmen? Und wie können sie sich strategisch darauf vorbereiten?
Status Quo – Wie steht es um die CSRD in Deutschland?
Mit dem Green Deal treibt die EU unter Präsidentin Ursula von der Leyen Klimaschutz und Nachhaltigkeit voran. Im Rahmen dieses Vorhabens wurden mehrere Verordnungen verabschiedet. Besonders relevant für Unternehmen sind:
- die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) – erhöht Transparenz und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsberichten,
- die EU-Taxonomie – definiert nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten,
- die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) – verpflichtet Unternehmen zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette.
Die größte Reichweite hat die CSRD: Rund 50.000 Unternehmen sind EU-weit berichtspflichtig, allein rund 15.000 davon mit Hauptsitz in Deutschland. Ziel der CSRD ist es, die Vergleichbarkeit und Transparenz von Nachhaltigkeitsberichten zu erhöhen.
Unternehmen müssen sich mit ihren Auswirkungen auf Menschen und Umwelt sowie Risiken und Chancen externer Faktoren für ihr Geschäft auseinandersetzen und zu den für sie relevanten Themen Strategiepläne mit Zielen, Maßnahmen und KPIs vorlegen.
Ein solches Vorgehen erhöht die internationale Zukunftsfähigkeit europäischer Unternehmen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sowohl das Weltwirtschaftsforum als auch der BND den Klimawandel bereits als einen der größten Risikofaktoren für die Weltwirtschaft identifizieren.
Das sogenannte Omnibus-Verfahren, angekündigt im November 2024, soll die drei Berichtspflichten vereinheitlichen und ihre Umsetzung vereinfachen. Insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) sollen die Verwaltungs‑, Regulierungs- und Meldeaufwände reduziert werden.
Seitdem fordern verschiedene Akteure Anpassungen:
- Wirtschaftsverbände und einige Bundesministerien plädieren für eine Verschiebung der Berichtspflichten für nicht-börsennotierte Unternehmen um zwei Jahre.
- NGOs und Umweltorganisationen warnen vor einer Aufweichung der Berichtsinhalte. Auch Investor*innen wünschen sich eine Beibehaltung der wesentlichen Berichtsinhalte, da sie die stärkere Vergleichbarkeit von Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten dank CSRD für ihre Anlageentscheidungen wertschätzen.
- Eine breite Allianz aus Unternehmen fordert die Bundesregierung auf, stärker in Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und Zukunftstechnologien zu investieren.
Die EU-Kommission wird ihren Vorschlag zum Omnibus-Verfahren voraussichtlich am 26. Februar 2025 in Brüssel präsentieren.
Umsetzung der CSRD: Wo steht Europa?
Bis Juli 2023 sollten alle EU-Staaten die CSRD in nationales Recht überführen. 20 von 27 Ländern haben dies bereits getan, darunter Frankreich, Italien und die skandinavischen Staaten.
Deutschland gehört zu den sieben Ländern, die bislang keine nationale Umsetzung verabschiedet haben. Die EU hat daher im September 2024 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet.
Die ersten größeren börsennotierten Unternehmen, insbesondere aus Skandinavien, den Niederlanden und Frankreich, haben bereits ihre Berichte für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht.
Welche Änderungen sind zu erwarten?
Obwohl noch keine finalen Entscheidungen getroffen wurden, zeichnen sich erste Tendenzen ab:
- Verringerung der Meldepflichten für Unternehmen um 25 Prozent und für KMU um 35 Prozent
- Stärkere Fokussierung auf Innovation, Dekarbonisierung und resiliente Wertschöpfungsketten
- Keine grundlegende Änderung der qualitativen Beitragspflichten, um eine Ungleichbehandlung innerhalb der EU zu vermeiden
Der Kernprozess – Doppelte Wesentlichkeitsanalyse und Strategieplan mit Zielen, Maßnahmen und KPIs – wird voraussichtlich erhalten bleiben. Wahrscheinlich ist jedoch eine Reduzierung der offenzulegenden Datenpunkte.

PHINEO unterstützt Sie bei der CSRD-Umsetzung
Nutzen Sie die zusätzliche Zeit, um sich strategisch optimal aufzustellen, denn die Umsetzung der CSRD in nationales Recht bleibt EU-weit verpflichtend. Neben reiner Pflichterfüllung und positivem Impact auf Menschen und Umwelt bietet die CSRD Unternehmen die Möglichkeit, sich frühzeitig Wettbewerbsvorteile zu sichern und langfristig erfolgreich zu positionieren.
PHINEO begleitet Sie dabei:
✔ Doppelte Wesentlichkeitsanalyse: Identifizieren relevanter Themen, zu denen Sie berichten müssen
✔ Entwicklung eines CSRD-konformen Strategieplans mit klaren Zielen, Maßnahmen und KPIs
✔ Unterstützung bei der CO2
‑Fußabdruckberechnung, Datenmonitoring und Berichterstattung mithilfe unserer Software-Partner
✔ Ressourcenschonende, effiziente Umsetzung mit Fokus auf Impact und Unternehmenswerte
Hier geht’s zur CSRD-Beratung von PHINEO: In 4 Schritten zum Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne!
Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch
mit Silvia Nebl
Silvia Nebl ✭ silvia.nebl@phineo.org ✭ +49 30 520 065 307