Impact – Währung der Zukunft
Wirkungsorientierung hat heute einen festen Platz im gesellschaftlichen Engagement. Doch um die sozial-ökologische Transformation zu gestalten, müssen Akteur*innen aller Sektoren ihren Blick weiten – und dabei sich selbst hinterfragen. Denn in einer Welt, die von Krisen wie Klimawandel, Migration und Demokratieverlust geprägt ist, braucht es eine kollektive Anstrengung, bei der Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam daran arbeiten, die Herausforderungen der Zukunft zu bearbeiten.
Eine offene, nachhaltige und friedliche Gesellschaft, in der Gutes tun mit Wirkung das gemeinsame Handeln bestimmt – das ist die Vision von PHINEO. Wir sind davon überzeugt, dass Gutes tun und Gutes bewirken fest zusammengehören. Das allerdings ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. In unserer langjährigen Arbeit haben wir zahlreiche Menschen in Projekten und Organisationen kennengelernt, die mit viel Herzblut für ihre Sache einstehen.
Wir haben aber auch gelernt: Leidenschaft ist zwar eine Grundvoraussetzung für jedes Engagement, sie allein aber reicht nicht aus. Um wirklich einen Unterschied zu machen, braucht es professionelle Organisationsstrukturen, fundierte Methoden und strategisches, wirkungsorientiertes Handeln.
Unser Credo lautet deshalb: mit Herz und Verstand. So haben wir Klassiker wie das Wirkt-Siegel, das Kursbuch Wirkung, die Wirkungstreppe oder das Wirkometer ins Leben gerufen. Doch das Thema entwickelt sich weiter – und auch wir wollen an diesem Punkt nicht stehen bleiben.
Wir haben dazu beigetragen, Impactorientierung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und trägt den Gedanken des Impacts in verschiedene Bereiche: in die Welt der gemeinnützigen Organisationen, der Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung. Jetzt ist es an der Zeit, diese Welten zusammenzuführen und gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
Impactorientierung als Modell der Zukunft: die Zeit drängt
Impactorientierung heißt, alle Maßnahmen, Aktivitäten, Gesetze etc. konsequent darauf auszurichten, messbare und positive gesellschaftliche Veränderungen zu erzielen.
Modelle wie die Wirkungstreppe sind ideal geeignet, um Projekten eine nachvollziehbare Wirkungslogik zu verleihen und so die eigene Arbeit aktiv zu steuern. Diese Modelle reduzieren bewusst die Komplexität, um Zusammenhänge besser begreifbar zu machen und die Basis für ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Doch erfahrene Wirkungsmanager*innen wissen, dass sich nach Jahren der Wirkungsausrichtung und ‑messung neue und komplexe Fragen stellen: Wie kann meine Organisation dazu beitragen, ein systemisches, womöglich globales Problem zu lösen? Wie bringe ich als Leitungskraft die Mitarbeitenden in meiner Organisation dazu, eine wirkungsorientierte Haltung auszubilden? Wie baue ich ein umfassendes Evaluationssystem auf, um meine Wirkung gesamtorganisational zu erfassen?
Hinzu kommt, dass die Herausforderungen, mit denen wir es im 21. Jahrhundert zu tun haben, zu groß und komplex sind, als dass einzelne Projekte allein etwas gegen sie ausrichten könnten. Der Klimawandel, der unsere Lebensgrundlage bedroht oder antidemokratische Bewegungen, die eine offene und tolerante Gesellschaft gefährden, stellen Organisationen vor völlig neue Herausforderungen. Heute reicht es nicht, einzelne Projekte wirkungsorientiert auszurichten. Wirkung weiterzudenken bedeutet, Organisationen selbst sowie die Systeme, innerhalb derer sie agieren, in den Blick zu nehmen. Wir möchten an realistisch umsetzbaren Lösungen mitarbeiten, die gesamtgesellschaftlich tragfähig sind und die eine große Wirkung entfalten.
Dafür braucht es moderne Entscheidungs- und Lenkungssysteme in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die vernetzter sind, keine Silos mehr bilden, sondern echte Zusammenarbeit fördern; die umfassender sind und von einzelnen Projekten zur gesamtgesellschaftlichen Wirkung übergehen; und die visionärer sind, um nicht nur zu reagieren, sondern zu gestalten. Das Skill-Set für die Zukunft könnte so aussehen:
- Purpose und klare Werte: Welche Werte leiten das Handeln unserer Organisation? Was genau wollen wir in der Welt verändern? Organisationen mit Impact haben diese Fragen für sich beantwortet. Eine klare Wertebasis steckt nicht nur die Grenzen ab, in denen eine Organisationen agieren möchte. Vor allem gibt sie vor, welche Vorstellungen und Praktiken ausgeschlossen werden, weil sie mit den definierten Überzeugungen unvereinbar sind.
- Menschen befähigen: Es sind immer Menschen, die Veränderungen umsetzen. Organisationen müssen sich fragen: Was brauchen Mitarbeitende, um die Transformation zu gestalten? An Bedeutung gewinnen werden Fähigkeiten wie Ambiguitätstoleranz, Konfliktfähigkeit, Mut und systemisches Denken (Future Skills).
- Kooperationsfähigkeit: Da gesellschaftliche Herausforderungen systemisch sind, brauchen wir Akteur*innen aus allen Bereichen. Eine Organisation kann nicht im Alleingang einen gesellschaftlichen Unterschied machen. Impact kann sich dort am besten entfalten, wo möglichst unterschiedliche Akteure sektorübergreifend auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten (Collective Impact). Dafür allerdings müssen Organisationen an ihrer Kooperations- und Anschlussfähigkeit an andere Sektoren arbeiten und Flexibilität im Umgang mit neuen Akteuren beweisen.
- Neue Arbeitskultur: Um als Organisation gemeinsam über alle Abteilungen, Programme und Projekte hinweg größtmöglichen Impact zu erzielen, braucht es einen kulturellen Wandel im Innern. Organisationen müssen lernen agiler und kollaborativ über Teams hinweg zusammenzuarbeiten. Das setzt neben Strukturen und Prozessen eine neue Fehlerkultur, eine Lust auf lebenslanges Lernen und den Umgang mit Unterschiedlichkeit voraus.
Impact 2030
Unseren Ansatz, wie wir wirkungsorientiertes Handeln weiterentwickeln möchten, skizzieren wir hier: „Impact 2030: Die Zukunft gemeinsam gestalten!”
Wirkung über Sektorengrenzen hinweg
Der Fokus auf den eigenen Impact macht längst nicht mehr an den Grenzen des gemeinnützigen Sektors halt. Vielmehr ist die dem Konzept zugrunde liegende Haltung in allen Bereichen der Gesellschaft angekommen: Von der öffentlichen Hand über Wirtschaftsunternehmen bis zum Finanzsektor stellen sich Akteur*innen aller Couleur die Frage: Welche Folgen hat das eigene Handeln auf Mitmenschen und Umwelt?
Regenerative Wirtschaft
Eines ist klar: Ohne die Wirtschaft werden wir die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht bewältigen können. Wir sind deshalb überzeugt, dass Unternehmen zu Good Corporate Citizens, d.h. verantwortungsvollen Akteuren im gesellschaftlichen Gefüge, werden müssen. Dafür müssen sich Unternehmen transformieren und nicht nur nachhaltig werden, sondern gesellschaftliche Mehrwerte produzieren, d.h. regenerativ wirtschaften. Bei Impact im Unternehmenskontext stellt sich insofern immer die Frage, wie stark sie auf die Sozialökonomische Transformation einzahlt.
Hinzu kommen EU-Regularien, die Unternehmen dazu verpflichten, Rechenschaft über ihren gesellschaftlichen Impact abzulegen. Das ist zwar ein Anfang, dennoch müssen – und werden – weitere Berichtspflichten folgen.
Impact-Startups
Auch die Start-up-Szene hat heute ein zunehmendes Interesse an ihrer Wirkung bzw. ihrem Impact: Sozialunternehmer*innen implementieren soziale oder ökologische Ziele von Anfang an in den Geschäftsmodellen ihrer Startups, mit denen sie nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern darüber hinaus einen gesellschaftlichen Mehrwert erzielen wollen. Dafür verankern sie Wirkungsmessung und ‑management in den Strukturen ihrer Organisationen. Und das zu ihrem eigenen Vorteil: Nachweislich Gutes tun ist längst zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil geworden.
Impact Investing
Im Finanzsektor zirkuliert Wirkung unter dem Begriff Impact Investing. Um innovative und bewährte Lösungen für die Probleme unserer Zeit zu finanzieren, braucht es Kapital – und zwar viel davon. Denn die jährliche Finanzierungslücke, um die in den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) definierten globalen Herausforderungen lösen zu können, wird aktuell auf mindestens 4,5 Billionen Euro geschätzt. Impact Investing setzt hier an und will diese Probleme mit Hilfe kommerzieller Geschäftsmodelle lösen. Damit unterscheidet sich der Ansatz klar von einem rein philanthropischen Wirkungsverständnis: Neben eine weiterhin angestrebte finanzielle Rendite tritt – mal mehr, mal weniger stark – eine messbare grüne oder soziale Rendite.
Wirkung der öffentlichen Hand
Von der Bundesebene bis hinein in die Kommunen braucht es wirksames Verwaltungshandeln, das Veränderungen anstoßen, innovativ gestalten und vor allem umsetzen kann. Auch hier ist Transformation das Stichwort: Ohne zukunftsfähige Verwaltungsstrukturen, ressortübergreifende Zusammenarbeit und einen Wandel in der Organisationskultur wird der öffentliche Sektor das Leben der Bürger*innen nicht positiv gestalten und den Anforderungen der sozial-ökologischen Transformation nur schwer begegnen können. Gelingt dies jedoch nicht, gerät unsere demokratische, offene und tolerante Gesellschaft in Gefahr. Auch die Demokratie braucht Impact.
Währung der Zukunft
Egal ob Zivilgesellschaft, Wirtschaft oder Finanzmarkt – wirkungsorientiert zu handeln ist heute wichtiger denn je. Bei PHINEO sind wir mit allen Sektoren im Gespräch, um sie sinnvoll miteinander zu vernetzen und bei der sozial-ökologischen Transformation zu begleiten. Denn in komplexen Systemen mögen zwar verschiedene Akteure für die vielen Probleme verantwortlich sein. Viel wichtiger jedoch: Sie alle sind ebenso Teil der Lösung.
Es ist Zeit für Impact – lassen Sie uns gemeinsam anpacken und eine bessere Welt schaffen!
Wenn Sie Fragen haben:
Jonas Fathy
